Editorial

«Life & Science» – das Begriffspaar eröffnet ein weites Spannungsfeld von Gegensätzen und Berührungspunkten. Ohne Leben kein Wissen. Und ohne technologischen Fort­schritt kein längeres Leben und keine höhere Lebensqualität.

In der neuesten Ausgabe des ceo Magazins betrachten wir diese Thematik aus philoso­phischer und praktischer Sicht. Ob in der Pharma, in der Herzchirurgie, in der Robotik oder gar im Kino – Wissenschaft und Fortschritt beeinflussen den Beitrag von Unternehmen und herausragenden Persön­lich­keiten zu unserem Leben. Gemäss der aktuellen Ausgabe unserer Studie «Global CEO Survey» gehen 86 Prozent der CEOs davon aus, dass neue Technologien ihre Branche mittelfristig komplett umkrempeln werden. Fast zwei Drittel setzen dabei auf strategische Allianzen.

Die Schweiz gehört zu den innovativsten Standorten für Biotechnologie, Medizintechnik und Pharma. Sie verfügt über erstklassige Forschungsstätten und ein hochentwickeltes Gesundheitswesen. Innovation ist denn auch Antrieb Nummer 1 für den Fortschritt. Künstliche Herzen etwa halten Patienten am Leben, die auf eine Organspende warten. Und der Einsatz von Drohnen könnte eines Tages den Rettungs­dienst revolutionieren.

Am Puls des Erfolgs bleibt also nur, wer beharrlich Neues hervorbringt und mit Patenten schützt. So hat der Fortschritt ein x-Faches an Anwendungen hervorgebracht. Telemedizin, Fitnessapps, biometrisches 24h-Monitoring und mobile Checks gehören heute zum Alltag. Elektronischer Daten- und Zahlungsverkehr steigert die Effizienz für Kunden, Patienten, Ärzte, Behörden und Unternehmen.

In einem Punkt sind sich unsere Interview­partner einig: Hinter jeder Innovation stecken kluge Menschen. Darum passen Unternehmen, die auf hochqualifizierte Mitarbeiter angewiesen sind, ihre Rekrutierungs- und Arbeitsmodelle an. Manche gehen dorthin, wo die Talente sind, oder arbeiten digital über Kontinente hinweg zusammen. Das Wo hat an Bedeutung verloren.

Beim Denken oder bei der Kreativität kennt der Mensch keine Grenzen. Wohl aber die Wissen­schaft. Häufig sind es ethische Fragen, die Grenzen setzen. Wie beispielsweise in der Bergrettung, wo die Grenze dort beginnt, wo die Retter bewusst Risiken eingehen müssen.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.

Urs Honegger

Urs Honegger

CEO PwC Schweiz

Studie Global CEO Survey