Editorial

Mensch und Maschine haben vieles gemeinsam – sie denken, leisten, lernen. Doch in einem Punkt unterscheiden sie sich heute noch: Der Mensch kann fühlen, die Maschine noch nicht. Emotionen machen das Leben einzigartig – und den Menschen bis auf weiteres jeder digitalen Errungenschaft überlegen.

Wir möchten wissen, wie die Digitalisierung das Leben und das Arbeiten verändert – zum Guten und zum Schlechten. Dazu haben wir mit Persönlich­keiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft gesprochen. Für die einen stellen digitale Technologien eine Kern­kompetenz dar, für die anderen moderne Arbeitshilfen. Alle sehen darin wertvolle Chancen. Und weil Fortschritt nicht nur vorangetrieben, sondern immer auch verweigert oder gar missbraucht wird, weist uns die Digitalisierung anspruchsvolle neue Aufgaben zu.

Unsere Gesprächspartner sind sich einig: Der persönliche Kontakt ist und bleibt zentral. Der Mensch wird auch übermorgen noch im Mittelpunkt stehen. Denn Begegnungen und Erlebnisse machen uns aus. Weil der Mensch bekanntlich erzählt, lacht und lebt. Darum: Je stärker das Digitale unseren Alltag beeinflusst, desto mehr suchen wir das soziale Offline.

Die Ära 4.0 automatisiert Prozesse, erleichtert die Kommunikation und schenkt uns Zeit. Nur, was fangen wir damit an? Mehr arbeiten? Mehr konsumieren? Mehr online gehen? Für manche ist der Preis für die erhöhte Effizienz mehr Stress, weil sie jederzeit und überall erreichbar sind. Also müssen wir lernen, digitale Möglichkeiten sinn- und verantwortungsvoll zu nutzen. Vielleicht fällen lernende Algorithmen genauere Entscheidungen als der Mensch. Aber nur dieser kann die Verantwortung dafür tragen.

Apropos lernen: Künstliche Intelligenz (KI) ist weit mehr als ein Hype. Sie bietet neuartige Formen der Selbst­verwirk­lichung und macht Jobs kreativer. Der Akkord­arbeiter wird zum Prozessoptimierer, der Verkäufer zum Lebensberater, der Buchhalter zum Datenagenten. Allerdings ist KI nur eine clevere Mustererkennung, basierend auf Millionen von Beispielen.

Noch ein Wort zum Datenschutz. Gerade Privatpersonen scheint dieser wenig zu kümmern. Über Sharingplattformen oder soziale Netzwerke legen sie ihr Leben freizügig offen. Um den Missbrauch solcher Daten zu verhindern, werden noch strengere Regulierungen gefordert. Doch schliesslich muss jeder Nutzer und jedes Unternehmen selber das richtige Mass im Umgang mit sensiblen Daten finden.

Freuen Sie sich auf ein digitales Lesevergnügen – für einmal ganz analog.

Andreas Staubli

Andreas Staubli, CEO PwC Schweiz

Andreas Staubli

CEO PwC Schweiz